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Letzte Aktualisierung: 13.04.2003

 

> Soziologisches Institut der Universität Zürich
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Lehrstuhl Prof. Dr. Geser

Lokalparteien im Wandel

Politik und Parteien im Wandel

Ergebnissen einer Längsschnittsstudie bei 2'500 lokalen Parteisektionen (1989-2003)

 

Forschungsplan / Fragebogen
   
  > Forschungsplan der 2002er-Befragung (Lokalparteien)
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  Zusammenfassung des Forschungsplans zur 2002er-Befragung

Dieses Forschungsprojekt schliesst eng an einen von denselben Gesuchstellern im Jahre 1989-92 durchgeführte empirische Untersuchung an, in deren Verlauf zum ersten Mal vielseitige Basisinformationen über alle Kategorien lokaler Parteigruppen in allen drei Landesteilen der Schweiz erhoben worden sind.

Die geplante Untersuchung hat zwei Ziele:

1) Durch replikative Anwendung desselben Fragebogens auf dieselben (bzw. inzwischen neu gegründete) Lokalparteien soll die Möglichkeit erschlossen werden, Entwicklungstrends im Zeitraum 1989-2002 empirisch zu erfassen und kausal auf Wandlungen des kommunalen Umfelds (die aus dem Vergleich der nationalen Zensusdaten 1990 und 2000 erschlossen werden) zu beziehen.
Im Besonderen stellt sich die Frage,

1. welche generellen Wandlungen auf der Ebene (a) der Mitgliederstruktur, (b) der inneren Parteiorganisation, (c) der Finanzmittel, (d) der ideologischen und sachpolitischen Einstellungsmuster, (e) der kommunalpolitischen Aktivitäten, (f) der Kandiodatenrekrutierung, Wahlkampfführung und Ämterbesetzung und (g) der Beziehungen zur kantonalen (bzw. landesweiten) Mutterpartei innerhalb dieses Zeitraums stattgefunden haben;

2. wie diese Veränderungen durch die sozio-demographischen, strukturellen und ökonomischen Wandlungen determiniert sind, die in der Standortgemeinde dieser Lokalparteien in derselben Zeitperiode stattgefunden haben.


2) Durch Applikation einer zusätzlichen Fragebatterie sollen Basisinformationen über neue, in der vorgängigen Untersuchung noch nicht thematisierte Entwicklungen erhoben werden. Im besonderen geht es darum, die Position der Lokalparteien zu neuen (bzw. zukünftig relevanten) sachpolitischen Fragen (z. B. Asylpolitik und Ausländerstimmrecht) sowie über den Einsatz neuer digitaler Medien (WWW, Email, SMS u.a.) für die Binnenkommunikation und die Kommunikation mit der Aussenwelt (kommunale Öffentlichkeit, Mutterpartei, andere Organisationen u.a.) zu ermitteln.

Die entsprechenden Daten sollen im Jahre 2002 mittels eines schriftlichen Surveys (nach dem Muster des beigelegten Fragebogens) erhoben werden, in den alle Präsident(inn)en der momentan ca 5'000 Lokalparteien in allen drei Sprachregionen einbezogen werden.

Nachdem bereits der Survey von 1989 aufgrund der umfassenden Stichprobe und der Breite der erhobenen Informationen als weltweit einmaliges Forschungsunternehmen internationale Anerkennung gefunden hat, wird die neue Untersuchung zusätzlich äusserst umfangreiche Möglichkeiten der diachronen Analyse eröffnen, die sowohl in deskriptiver Weise (für die adäquate Erfassung aktueller Entwicklungstrends) wie auch in explanatorischer Hinsicht (für die Sicherung kausaler Determinationsbeziehungen) unerlässlich sind.

Leitgebend ist dabei die Überlegung, dass auf der kommunalen Ebene sehr viele generelle, auch auf höheren Niveaus relevante Trends schweizerischer Politik sichtbar werden: insbesondere all jene Entwicklungen, die von den aktuellen demographischen sozio-ökonomischen und kulturellen Wandlungen innerhalb der Bevölkerung ausgehen (und auf Kantons und Bundesebene oft erst später zum vollen Ausdruck kommen).
   
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Fragebogen 2002
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  Zusammenfassung des Forschungsplans zur 1997er-Befragung

Zwei Ziele liegen diesem Forschungsvorhaben zugrunde: Zum einen soll das bis anhin wenig bekannte Innenleben der Schweizer Parteien systematisch und umfassend erforscht werden, zum anderen geht es darum, den Wandel der Parteien und ihrer Organisationen im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts zu erfassen und Hinweise auf mögliche Entwicklungsszenarien zu erhalten.

Trotz teilweise erheblichen Zweifeln an ihrer Leistungsfähigkeit sind die politischen Parteien nach wie vor zentraler Bestandteil des politischen Systems der Schweiz. Die Sozialwissenschaften haben sich jedoch in den letzten Jahren kaum mehr mit den politischen Parteien befasst und sich vor allem neueren politischen Phänomen (Macht der Interessenverbände, neue soziale Bewegungen, steigende Zahl von Initiativen und Referenden u. a.) zugewandt. Die tiefgreifenden Auswirkungen des sozialen Wandels auf die politischen Parteien sind kaum thematisiert und systematisch analysiert worden. Ganz allgemein besteht zudem die Tendenz, Bedeutung und Einfluss der Parteien zu unterschätzen. Die Vorstellung von den schwachen, krisengeschüttelten Schweizer Parteien konnte beispielsweise erst in jüngster Zeit durch Erkenntnisse über ihre starke Verbreitung in den Gemeinden etwas relativiert werden (vgl. Geser et al. 1994, Ladner 1991). Es steht ausser Zweifel, dass es auch in Zukunft politische Parteien geben wird. Es stellen sich jedoch eine Reihe von Fragen: Wie werden diese Parteien organisiert sein? Wessen Interessen werden sie im politischen System vertreten? Welche Bedeutung wird ihrer programmatischen Orientierung zukommen? Wie werden sie in der öffentlichkeit in Erscheinung treten?

Die politischen Parteien verstehen sich auch heute noch als Mitglieder- und Volksparteien. Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, dass dies nur noch in bedingtem Masse zutrifft. Gemäss unserer Haupthypothese entwickeln sie sich im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts von Volksparteien mit relativ starken Mitglieder- und Wählerbindungen und spezifischen politischen Zielen zu zentralisierten und professionalisierten Eliteorganisationen, für die programmatische Inhalte vor allem Mittel zum Zweck sind. Auf der Suche nach Ressourcen und Unterstützung orientieren sich die Parteien verstärkt nach aussen. Zum primären Ziel wird die Sicherung einer grösstmöglichen Zahl an Wählerstimmen. Die eigentliche Parteibasis, ihre Mitglieder und festen Anhänger verlieren demgegenüber an Bedeutung. Zur überprüfung der Hypothese soll der Wandel der Parteien seit 1960 erfasst und nachgezeichnet werden. Insbesondere interessiert die Veränderung der Mitgliederzahlen und der Zahl der Suborganisationen (Lokalparteien, andere Parteigruppen), Entwicklungen innerhalb der Parteiorganisationen (Grösse der Sekretariate, Professionalisierung), Veränderungen der parteiinternen Meinungsbildung und der Entscheidungsfindung, Stellenwert des Parteiprogramms und Entwicklung der Parteifinanzen.

In einer ersten Phase des Forschungsprojektes werden ausgewählte Jahresberichte, Statuten und Parteiprogramme analysiert und die Erkenntnisse mit Hilfe von Experteninterviews vertieft. Das Hauptgewicht des Forschungsvorhabens liegt bei einer kombinierten schriftlichen und telefonischen Befragung bei den rund 150 kantonalen Parteisekretariaten und den Sekretariaten der 11 wichtigsten nationalen Parteien. Und schliesslich sollen mit Fallstudien bei ausgewählten Parteien die wichtigsten Entwicklungsmuster besonders herausgearbeitet werden.
   
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