|
1. Gemeindepolitik
Andreas Ladner / Reto Steiner: Die
Schweizer Gemeinden im Wandel: Konvergenz oder Divergenz?
In einer Vielzahl von
Aufgabengebieten stossen 1998 mehr Gemeinden an Leistungsgrenzen als
1994. Eine Analyse nach Gemeindegrösse zeigt aber auch hier auf, dass
nach Subgruppen unterschieden werden muss. Das Problembewusstsein
zwischen den einzelnen Gemeindegrössen ist 1998 zwar ähnlicher geworden
als 1994, dennoch ist ein grosser Teil der Gemeinden von ganz
unterschiedlichen Problemen betroffen. Gibt es für die Mehrheit der
Gemeinden ein verbindliches Reformziel, so ist es zurzeit die Steigerung
der Handlungsfähigkeit des politischen Systems, und dies kann auf
unterschiedliche Art und Weise erreicht werden. Und was schliesslich die
politischen Akteure anbelangt, so deutet vieles auf eine duale
Entwicklung hin. In grösseren Gemeinden und Städten sind die politischen
Parteien nach wie vor bedeutungsvoll, während in den kleinen Gemeinden
und in bestimmten Kantonen eine Ent(partei)politisierung der
Lokalpolitik stattfindet.
Der konfessionelle Faktor in der Gemeindepolitik
(Hans Geser, Februar 2007)
Nachdem die soziologische
Theoriebildung seit mitte des 19. Jahrhunderts durch soziostrukturelle
und politisch-ökonomische Ansätze dominiert war, sind in den letzten 40
Jahren kulturelle Faktoren etwas stärker in den Vordergrund getreten, so
dass Castels' Feststellung, "Religion is an unfashionable variable" (Castles
1994: 6), nicht mehr ganz zutreffend erscheint.
Hans Geser: Von der "projektiven" zur "reaktiven" Kommunalpolitik
html
pdf Im Vergleich zu den 60er und 70er-Jahren
haben die Spielräume für neue langfristige Projekte und Planungen stark
abgenommen, und der optimistische Glaube, durch umfassende Strategien die
Gemeindeentwicklung fördern und das Auftreten von Problemen verhindern zu
können, hat sich verflüchtigt. Stattdessen hat überall eine defensive,
reaktive "Reparaturmentalität" überhandgenommen, die wenig
Raum für die Verwirklichung neuer Ideen bietet. Immer mehr werden die Gemeinden auch als "letzte
Auffangstationen" für Problemfälle in Anspruch genommen, die durch
das Versagen der überlokalen Institutionen entstanden sind.
Hans
Geser:
Sind
Gemeindeangelegenheiten "politisch"?
(97 kB)
Kommunale
Entscheidungsangelegenheiten werden von den lokalen Parteien überwiegend
(und im Zeitraum 1989 bis 2002 zunehmend) als "unpolitisch"
charakterisiert. Im besonderen gilt dies für Parteien, die in kleineren
Gemeinden angesiedelt sind, keiner überlokalen Parteiorganisation angehören
und über eine Mehrheit der Wählerstimmen verfügen. Eine eher
"politische" Auffassung von Kommunalpolitik v ertreten
hingegen minoritäre Linksparteien: vor allem wenn sie über eine
gebildetere Anhängerschaft verfügen und dem programm der
Kanntonalpartei eine hohe Bedeutung beimessen.
Mathias
Buckecker et. al.: Wege zu einem lebendigen Dorf. Wie Bewohnerinnen und Bewohner ihr Dorf
mitgestalten können. Dieses Web-Paket richtet sich an alle, die sich für ein lebendiges Dorf oder ein lebendiges Quartier einsetzen wollen (z.B. Gemeindebehörden, PlanerInnen, Schule, Kirche, Vereine,
Interessengruppen, Interessierte). Ein lebendiges Dorf zeichnet sich besonders durch zwei Qualitäten
aus: a) engagierte Bewohner und Bewohnerinnen b) geeignete Möglichkeiten, innovative Ideen auszutauschen und neue Wege der Zusammenarbeit zu finden. Beides hängt eng zusammen. Das Web-Paket zeigt Ihnen Wege auf, wie diese Qualitäten gefördert werden können. Die Projektdatenbank enthält Informationen über verschiedene laufende oder abgeschlossene
Mitgestaltungsprojekte im In- und Ausland. Sie dient dazu, den Erfahrungsaustausch zwischen den Beteiligten zu
fördern und initiative Gemeinden miteinander zu vernetzen.
Andreas
Ladner et. al:
Gemeindereformen
zwischen Handlungsfähigkeit und Legitimation
Schlussergebnisse der Projektphase 1
(1997-1999)
In
den Schweizer Gemeinden sind seit Beginn der 1990er-Jahre verschiedene
Reformen eingeleitet worden, um die Leistungsfähigkeit der Gemeinden zu
steigern. Im Forschungsprojekt wurden die
wichtigsten kommunalen Reformprojekte (NPM, Kooperationen/Fusionen und
Neuordnung der Aufgabenteilung) erstmals durch ein interdisziplinäres
Forschungsteam der Universität Bern (Institut für Organisation und
Personal, Institut für Politikwissenschaften und Institut für öffentliches
Recht) untersucht. Da
viele der Reformvorhaben erst in Umsetzung sind, war es noch nicht möglich,
die Auswirkungen umfassend festzustellen. Es war vor allem das Ziel, die
Reformaktivitäten auf kommunaler Ebene in Raum und Zeit zu bestimmen
und damit eine Grundlage für eine umfassende und vergleichende Analyse
von Reformen ganz allgemein zu bilden.
Urs Meuli: Die SP Münchenbuchsee in
ihrer öffentlichen Wahrnehmung (pdf)
Eine Umfrage bei allen
wahlberechtigten Bürger(innen) der Gemeinde Münchenbuchsee (vom Dez.
2004) gibt Einblick in die öffentliche Wahrnehmung der
sozialdemokratischen Ortspartei. Im besonderen wird deutlich, wie die
öffentliche Präsenz, Regierungsbereitschaft, politisch-ideologische
Orientierung, Sachkompetenz sowie die öffentlichen Aktivitäten der
Lokalsektion von Mitgliedern und Aussenstehenden beurteilt werden, und
welche Gründe für die relativ geringe Bereitschaft zur Mitgliedschaft
verantwortlich sind.
2. Politische Behörden und Kommissionen
Urs
Meuli und
Andreas Ladner:
Frauen in der Lokalpolitik (117kB)
Die Frauen sind in den Exekutivbehörden
der Schweizer Gemeinden nach wie vor äusserst schwach vertreten. So
sind knapp die Hälfte aller kommunalen Exekutiven heute noch reine
Männergremien. Diese Studie liefert die Zahlen über die Vertretung der
Frauen und ihre Sitzanteile in den Gemeindeexekutiven auf dem Stand vom
Januar 1994 und vergleicht diese mit den Verhältnissen aus dem Jahre
1988. Zusätzlich dokumentiert das Beispiel des kommunalen Bauressorts
eindrücklich, wie schwierig es für Frauen ist, in traditionelle
Männerdomänen einzubrechen.
François
Höpflinger:
Behördenorganisation:
Exekutive, Spezialbehörden und ständige Kommissionen (26kB).
In diesem Beitrag stehen einerseits die
(wahrgenommenen) Belastungen und Probleme kommunaler Exekutiven
(Gemeinderäte u.ä.) im Zentrum. Andererseits soll die Stellung von
Spezialbehörden und ständigen Kommissionen untersucht werden.
S.
Rieder / P. Farago: Vergleichende Evaluation der NPM-Projekte in den
Kantonen Aargau, Luzern, Solothurn, Wallis und Zürich
3. Tätigkeit und Organisation der
kommunalen Verwaltung
Hans Geser:
Die kommunale Milizverwaltung - Zukunfts- oder Auslaufmodell?
In der Schweiz hat
sich dank der kleinräumigen kommunalen Struktur eine mit dem
Bürokratieprinzip stark kontrastierende Form der Milizverwaltung
erhalten, die eine breite Partizipation der Bevölkerung an politischen
Exekutivaufgaben sichert und gerade auch unter modernen
gesellschaftlichen Bedingungen vielfältige Funktionen (z. B. für die
primäre Sozialisation politisch Aktiver, für die Mobilisierung von
Expertise und für die Legitimation von Entscheidungen) erfüllt.
Andererseits wird heute die Rekrutierung der Milizämter schwieriger, und
es werden zunehmend individuelle und organisatorische Leistungsgrenzen
sichtbar, die vielfältige Reformmassnahmen erzwingen.
Judith Arnold:
Städte im World Wide Web - Hintergrund und Überblick
Immer mehr Städte finden im World Wide Web eine digitale Entsprechung. Während
einige noch bescheiden auf sich hinweisen, haben andere bereits eine ausgefeilte
Plattform für Information, Austausch und Begegnung geschaffen.Der folgende Beitrag
erläutert die Hintergründe und bietet einen Überblick über die virtuellen Städte der
Schweiz.
Rebecca
Felix: Benchmarking in den Gemeinden der Schweiz. Theoretische
Grundlagen und Fallstudie zu den Gemeinden Krattigen und Spiez
Hauptziel
dieser Arbeit ist das Ermitteln der theoretischen Grundlagen für ein
Benchmarking zwischen Gemeinden. Es soll gezeigt werden, was unter diesem
Instrument zu verstehen ist, wie Praktiker vorgehen könnten und welche
Voraussetzungen gegeben sein sollten, um zum Erfolg zu gelangen. Neben der
theoretischen Bearbeitung des Themas wird ein Leistungsvergleich zwischen
den Gemeinden Krattigen und Spiez durchgeführt. Gegenübergestellt werden
die Leistungen der Fachbereiche „Abfallbeseitigung“ und
„Wehrdienst“. Ziel dieses Vergleichs ist nicht die Bestimmung jener
Gemeinde, welche die Aufgaben besser erbringt, sondern es soll anhand der
Empirie überprüft werden, wie Gemeinden ein interkommunales Benchmarking
am besten durchführen könnten.
Hans Geser:
Die formale politisch-administrative Organisationsstruktur
der Schweizer Gemeinden
Vergleichende empirische Analysen
zeigen, dass die Gemeinden je nach Grösse und Sprachregion sowohl die
Struktur ihrer Legislative und Exekutive wie auch ihres
Kommissionswesens und ihrer professionellen Verwaltung sehr
unterschiedlich ausgestaltet haben. Der Text gibt detaillierte Auskünft
über den Ausbau der ehrenamtlichen und beruflichen Behörden- und
Vollzugsorgane und diskutiert die aktuelle Problematik des
traditionellen Milizsystems, das immer noch selbst in den Städten eine
unentbehrliche Stellung einnimmt.
Hans Geser:
Demokratie
oder Effizienz? Regeltreue oder Bürgernähe? (44kB)
pdf-Version
Im Unterschied zu den Privatunternehmen
müssen die öffentlichen Verwaltungen eine Vielzahl widersprüchlicher
Ziele verfolgen. Man verlangt von ihnen, dass sie den demokratischen
Volkswillen beachten, mit minimalem Kostenaufwand arbeiten, die
Rechtsregeln strikte beachten und flexibel auf die Bedürfnisse der
einzelnen Bürger eingehen können. Weil die Ansprüche der
Oeffentlichkeit in alle vier Richtungen gleichzeitig zunehmen, sehen
sich die Verwaltungen immer mehr vor unvereinbare Leistungserwartungen
gestellt. Entsprechend gehen die Meinungen immer mehr auseinander, wie
eine "optimale" Verwaltung auszusehen habe.
.
Hans Geser:
Vom
hoheitlichen zum kooperativen Vollzugshandeln (71kB)
Die Gemeindeverwaltung steht
unmittelbarer als die Kantons- und Bundesverwaltung unter dem Zwang, im
Vollzughandeln den Erwartungen und Bedürfnissen der Bürger(innen)
sowie der kommunalen Vereinigungen und Organisationen Rechnung zu
tragen. Immer häufiger gibt es Aufgaben, die nur in enger Kooperation
mit privaten Instanzen gelöst werden können. Dadurch beginnen die
Grenzen zwischen staatlicher und nichtstaatlicher Sphäre unschärfer zu
werden, weil die Gemeinde einerseits einem privaten Betrieb ähnlich
wird, während manche privaten Akteure andererseits einen "parastaatlichen"
Status zugewiesen erhalten.
Marc Helbling, Sandra Egli und Silvia Matter: Lokale Eliten und kommunale Politiknetzwerke – Einflussreiche Akteure in der Einbürgerungspolitik einer Schweizer Gemeinde Die Untersuchung lokaler Eliten und kommunaler Politiknetzwerke erfreute sich vor allem in den USA von Mitte der 1950er bis in die 1970er Jahre grosser Beliebtheit. Dies mag teilweise darauf zurückzuführen sein, dass der amerikanische Staat in der inländischen Politik eher schwach ist und Gemeinden eine relativ grosse Autonomie geniessen (Melbeck 1998: 533). Auch die Schweiz stellt durch ihr föderales System und die ausgeprägte Autonomie der Gemeinden diesbezüglich ein interessantes Forschungsumfeld dar. Die Studien hierzu sind jedoch eher dünn gesät. MarcHelbling, Hanspeter Kriesi: Staatsbürgerverständnis und politische Mobilisierung: Einbürgerungen in Schweizer Gemeinden Seit längerer Zeit kommt es in der Schweiz immer wieder zu heftigen Debatten über das schweizerische Einbürgerungsverfahren und die Diskriminierung gegenüber Gesuchstellern aus gewissen Herkunftsländern. Dieser Artikel präsentiert erste Resultate einer Umfrage in 207 Schweizer Gemeinden zu den Ursachen unterschiedlicher Ablehnungsquoten von Einbürgerungsgesuchen auf lokaler Ebene. François
Höpflinger:
Verwaltungsorganisation
von Gemeinden (45kB)
In diesem Beitrag werden Aufbau und
Struktur kommunaler Verwaltungen (absolute und relative Grösse der
Gemeindeverwaltungen, EDV-Einsatz u.a.) analysiert. Dabei werden auch
die Zusammenhänge zwischen Gemeindestruktur (Einwohnerzahl,
Bevölkerungs- und Wirtschaftsstruktur) und Grösse der
Gemeindeverwaltung untersucht.
Urs
Meuli:
Baubewilligung
in der Gemeinde (129k)
Eine vergleichende Studie über den
formalen Aufbau des Vollzugsapparates im kommunalen Bauwesen am Beispiel
der Gemeinden des Kantons Zürich
Urs
Meuli:
Gemeinden
und ihre Infrastrukturaufgaben: Belastung, Leistungsgrenzen und
Überforderung im kommunalen Infrastrukturbereich (143kB)
Die kommunalen Aufgaben im
Infrastrukturbereich haben seit den 50er Jahre im Zuge
gesellschaftlicher Veränderungen drastisch zugenommen. Im gleichen Mass
sind auch die Anforderungen an die Gemeinden gestiegen. Welche Gemeinden
sind durch die Infrastrukturaufgaben stark belastet und welche stossen
an ihre Leistungsgrenzen? Letztlich ist es das Ziel dieses Berichtes,
die Gemeinden zu eruieren, die durch die Erstellung ihrer Infrastruktur
überfordert sind.
Corina
Obrecht: Einfluss von Electronic Government auf die Strukturen und
Prozesse politischer Gemeinden
Ueli
Sonderegger: Der Bürger am Online-Schalter
Kaum sind die Millenium-Probleme rund um den Jahreswechsel 2000 gemeistert, stehen neue
Herausforderungen an: Electronic Government als Folge von New Public Management wird im
nächsten Jahrtausend die Innovationskraft der Öffentlichen Hand herausfordern. Die
Gemeinden müssen ihre Websites modernisieren und die interaktiven Angebote mit internen
Arbeitsabläufen synchronisieren. Eine Knacknuss stellt dabei die Sicherheit dar.
Jürgen Stremlow:
Aktuelle
Belastungsentwicklung in der öffentlichen Sozialhilfe (29 kB).
In der ersten Hälfte der neunziger
Jahre hat sich in den Gemeinden der Deutschschweiz die Zahl der
Sozialhilfebezüger/innen nahezu verdoppelt. Setzt sich dieses enorme
Problemwachstum auch in jüngster Zeit fort?
Jürgen Stremlow: Die Organisation öffentlicher
Sozialhilfe in den Gemeinden der Deutschschweiz
Teil
1
Teil
2
Die öffentliche Sozialhilfe ist im
Rahmen der schweizerischen Sozialpolitik das letzte soziale Auffangnetz.
Ihr Aufgabe ist die materielle Hilfe in Form von
Unterstützungsleistungen an Personen oder Familien, die von Armut
betroffen sind und die immaterielle Hilfe im Sinne persönlicher
Beratung und Betreuung. Mit wenigen Ausnahmen haben die Kantone den
Vollzug und die Finanzierung der öffentlichen Sozialhilfe an die
Gemeinden delegiert. Die öffentliche Sozialhilfe ist deshalb
ausgesprochen föderalistisch strukturiert. Der Aufsatz gibt einen
Überblick über die Vielfalt der Organisationsformen im Bereich der
öffentlichen Sozialhilfe und fragt nach Determinanten der vorgefundenen
Strukturen. Im ersten Teil wird die Behördenebene analysiert und der
zweite Teil wendet sich dem Vollzug bei den kommunalen Verwaltungen zu.
4. Beziehungen der Gemeinden zu ihrer
Umwelt
François
Höpflinger:
Kooperation
mit anderen Gemeinden und mit Privaten (37kB)
In diesem Beitrag werden zwei bedeutsame
Formen 'grenzüberschreitender Zusammenarbeit' vorgestellt und
diskutiert: Zum ersten wird die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden in
Form von Zweckverbänden oder anderen vertraglichen Vereinbarungen
analysiert. Zum zweiten wird die Kooperation mit privaten Experten und
Firmen untersucht. In beiden Fällen handelt es sich um
Kooperationsformen, die in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen
haben und die auch in Zukunft zentral sein werden.
Andreas
Ladner/Urs Meuli: Interkommunale
Zusammenarbeit im Kanton Zürich (pdf, 194 KB)
2001 hat die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich das
soziologische Institut der Universität Zürich (in Zusammenarbeit mit dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Bern)
beauftragt, eine Studie zu den Zweckverbänden im Kanton Zürich durchzuführen und die Zufriedenheit mit der Arbeit und dem
Funktionieren der Zweckverbände zu untersuchen.
Jan
Fivaz / Daniel Schwarz: Gemeindereformen im Kanton Aargau (pdf, 989kB)
Rahmenbedingungen und Einstellungen der
Bevölkerung zu Fusionen und Kooperation anhand einer Fallstudie in
den Gemeinden Endingen und Unterendingen.
Hans Geser:
Zwischen
Aufgabenzuwachs und Autonomieverlust (122kB)
Der moderne Staat ist immer mehr auf
leistungsfähige Gemeinden an gewiesen, weil ein immer grösserer Teil
aller öffentlichen Aufgaben de zentral erledigt werden muss. Dadurch
verlieren die Gemeinden einerseits in vielen Bereichen ihre angestammte
Autonomie. Andererseits aber gewinnen sie neue Handlungsspielräume,
wenn sie im Umgang mit Kanton und Bund Geschick beweisen und die
zusätzlichen überlokalen Ressourcenquellen für ihre eigenen Zwecke
nutzen.
Hans Geser:
Die
Beziehungen der Gemeinde zur kantonalen Ebene (96kB)
Die Ergebnisse einer gesamtschweizerischen Untersuchung
gibt Aufschluss, wie sich die Kooperations- und
Abhängigkeitsbeziehungen der Gemeinden zu den Kantonen im Zeitdraum
1984 bis 1994 verändert haben. Es zeigt sich, dass die Mehrzahl der
Gemeinden in dieser Periode gleichzeitig eine Zunahme der kommunalen
Aufgaben und eine Verringerung dekommunalen Autonomie registrieren.
Gleichzeitig bestätigen sich aber auch die differenzierenden Hypothesen
der "Politikverflechtungstheorie", die besagen, dass die
Gemeinden als Folge dieser eben genannten Doppelentwicklung keineswegs
nur eine Einengung angestammter Handlungsspielräume, sondern auch eine
gewisse Expansion neuer Spielräume erfahren. Erwartungsgemäss werden
derartige Entwicklungen auch durch Eigenheiten der Gemeinde und ihres
politischen Umfelds mitbeeinflusst. So zeigt sich, dass wohlhabendere
und in kleineren Kantonen beheimatete Gemeinden besonders gut in der
Lage gewesen sind, ihren angestammten Autonomiespielraum beizubehalten
oder gar zu expandieren.
Hans Geser:
Antizipierte
Auswirkungen eines Beitritts der Schweiz zur EU auf die Schweizer
Gemeinden (106kB)
Die Chefbeamten (Schreiber) der Schweizer Germeinden unterscheiden sich stark darin, welche Auswirkungen eines
möglichen Schweizer Eu-Beitritts auf ihre Gemeinde sie antizipieren.
Angesichts der bekannten demoskopischen Befunde und Abstimungsergebnisse
überrascht nicht, dass im deutschen Sprachraum die negativsten und in
der französischen Schweiz die positivsten Meinungen bestehen, während
das Tessin eine - generell eher der Deutschschweiz ähnelnde -
Mitttelstellung einnimmt. Die Divergenzen zwischen der deutschen Schweiz und der
Romandie werden aber dadurch relativiert, dass sie am stärksten bei den
kleineren (besonders den ausserhalb der Agglomerationsgürtel liegenden)
Gemeinden in Erscheinung treten, während die Städte (und in teilweise
auch die suburbanen Kommunen) beider Sprachregionen zumindest in der
Beurteilung wirtschaftlicher Auswirkungen relativ stark konvergieren. Im Vergleich zur Sprachregion, Bevölkerungsgrösse und
geographischen Lage bleibt die kausale Bedeutung anderer Faktoren gering
und auf einzelne Aspekte begrenzt. Im besonderen gibt es keine Hinweise
dafür, dass Gemeinden mit gut ausgebildeter und wohlhabender
Bevölkerung und/oder mit moderner Wirtschaftsstruktur der Frage einer
europäischen Integration der Schweiz offener gegenüberstünden.
Thomas
Hügli:
FOCJ: Die Gemeinden von morgen?
Diese Arbeit stellt das 1995
veröffentlichte Konzept der FOCJ (functional, overlapping, competing
jurisdictions) und seine vier Hauptmerkmale vor und erläutert die
Einsatz-möglichkeiten in der Schweiz. Dabei wird deutlich, dass es von
den Kantonen und Parteien abhängt, ob die FOCJ in der Schweiz künftig
eine wichtige Rolle spielen und als "Gemeinden von morgen"
bezeichnet werden können. Eine weitere interessante Frage ist jene, ob
die Kirchgemeinden die an FOCJ gestellten Anforderungen erfüllen und
somit bereits eine praktische Anwendung des Konzeptes besteht. Aufgrund
der Analyse kann behauptet werden, dass die typische Kirchgemeinde zwar
in vielem einem FOCUS ähnelt, dass jedoch nicht alle vier Merkmale
erfüllt sind.
Claudia Wohlfahrtstätter: FOCJ - eine Alternative
zur bestehenden schweizerischen Gemeindegliederung (Ökonomischer
Ansatz zur Erbringung staatlicher Leistungen
1.
Die
rechtlichen Voraussetzungen
/ 2. Politische Aspekte
Der neue Ansatz zur Erbringung
staatlicher Leistungen beruht auf dem polit-ökonomischen Konzept von
überlappenden, funktionalen Jurisdiktionen-FOCJ. Teilweise existieren
FOCJ in der Schweiz auf Gemeindeebene in Form von Spezialgemeinden.
Inwiefern FOCJ-Kriterien von den verschiedenen Gemeindearten erfüllt
werden, ist Gegenstand dieser Arbeit.
|