Universität Zürich Soziologisches Institut der Universität Zürich Prof. Dr. Hans Geser

 
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Georg Simmel: Soziologie
Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung

Duncker & Humblot, Berlin 1908 (1. Auflage) 

Kapitel VIII: Die Selbsterhaltung der sozialen Gruppe

Exkurs über Sozialpsychologie (S. 421-425)

Diese Erörterung der Erfolge, die aus dem Zusammenschluss bestimmter Gruppenmitglieder zu führenden Organen hervorgehen, ist so wesentlich psychologischer Art, dass hier in besonders hohem Maße Soziologie nur zu einem andern Namen für Sozialpsychologie zu werden scheint.

Nachdem ich im 1. Kapitel (S. 17 ff.) den erkenntnistheoretischen Unterschied zwischen Soziologie und Psychologie festzulegen suchte, bedarf es nun doch über diese Grenzsetzung hinaus einer näheren positiven Bestimmung über die besondere Psychologie, die man die soziale nennt.

Denn wenn man schon die individuelle Psychologie nicht zum Ort der Soziologie designieren will, so wird doch die Sozialpsychologie als ein jener gegenüber ganz selbständiges Problemgebiet bezeichnet und damit ihre Konfundierung mit der Soziologie von neuem zu einer Gefahr für diese.

Damit die oben vollbrachte methodische Trennung der Soziologie von der Psychologie überhaupt - trotz aller Angewiesenheit jener auf diese - auch gegenüber der Sozialpsychologie zu Recht bestehe, bedarf es des Nachweises, dass die letztere keine grundsätzliche Eigenheit gegenüber der individuellen besitze.

Ich füge diesen Nachweis aus dem oben betonten Grunde hier ein, obgleich er auch überall sonst in diesem Buche seinen Platz hätte.

Die Tatsache freilich, dass seelische Prozesse nur im Individuum und nirgends anders stattfinden, weist noch nicht hinreichend die Theorie zurück, nach der die Psychologie der »Gesellschaft« (der Massen, der Gruppen, der Nationalitäten, der Zeiten) neben der Psychologie des Individuums als ein gleichwertiges, aber dem Wesen und dem Träger nach heterogenes Gebilde stünde.

Aus der besonderen Struktur der Erscheinungen vielmehr, auf die diese Meinung sich bezieht, muss begreiflich gemacht werden, wieso es trotz der augenscheinlichen Beschränkung des Seelenlebens auf individuelle Träger zu jenem Begriff der Sozialpsychologie kommen konnte. -

Die Entwicklung der Sprache wie des Staates, des Rechtes wie der Religion, der Sitten wie der allgemeinen Geistesformen überhaupt, weist weit über jede (> 422) Einzelseele hinaus; an solchen seelischen Inhalten können die Einzelnen wohl teilhaben, ohne dass aber das wechselnde Maß dieses Teilhabens den Sinn oder die Notwendigkeit jener Gebilde alterierte.

Weil sie nun aber doch in ihrer Ganzheit einen Produzenten und Träger haben müssen, der kein Einzelner sein kann, so scheint nur übrig zu bleiben, dass die Gesellschaft, die Einheit aus und über den Einzelnen, dies Subjekt ist.

Hier könnte die soziale Psychologie meinen, ihr spezifisches Gebiet zu finden: Produkte von unbestrittener Seelenhaftigkeit, in der Gesellschaft existierend und doch nicht von Individuen als solchen abhängig; so dass, wenn sie nicht vom Himmel gefallen sind, nur die Gesellschaft, das seelische Subjekt jenseits der Individuen, als ihr Schöpfer und Träger anzusehen ist.

Dies ist der Gesichtspunkt, von dem aus man von einer Volksseele, einem Bewusstsein der Gesellschaft, einem Geist der Zeiten als von realen, produktiven Mächten gesprochen hat.

Diesen Mystizismus, der seelische Vorgänge außerhalb von Seelen, die immer einzelne sind, stellen will, beheben wir, indem wir die konkreten geistigen Vorgänge, in denen Recht und Sitte, Sprache und Kultur, Religion und Lebensformen entstehen und wirklich sind, von den ideellen, für sich gedachten Inhalten derselben unterscheiden.

Von dem Wortschatz und den Verbindungsformen der Sprache, wie sie in Wörterbuch und Grammatik vorliegen, von den rechtlichen, im Gesetzbuch niedergelegten Normen, von dem dogmatischen Gehalt der Religion, kann man sagen, dass sie gelten - wenn auch nicht in dem überhistorischen Sinn, in dem die Naturgesetze und die Normen der Logik »gelten« -, dass sie eine innere Dignität, unabhängig von den einzelnen Fällen ihrer Anwendung durch Individuen, besitzen.

Aber diese Gültigkeit ihres Inhalts ist keine seelische Existenz, die eines empirischen Trägers bedürfte, sowenig, den eben angedeuteten Unterschied vorbehalten, der Pythagoreische Lehrsatz eines solchen. bedarf.

Gewiss ist auch dieser geistigen Wesens und in dem physisch bestehenden Dreieck liegt er nicht, denn er spricht ein Verhältnis seiner Seiten aus, das wir an keiner derselben in ihrer Existenz für sich finden.

Andrerseits ist diese Unkörperlichkeit des Pythagoreischen Satzes aber auch nicht gleich seinem Gedachtwerden durch einzelne Seelen; denn er bleibt gültig, völlig unabhängig davon, ob er überhaupt von solchen vorgestellt wird oder nicht, wie die Sprache, die Rechtsnormen, die sittlichen Imperative, die Kulturformen ihrem Inhalte und Sinne nach bestehen, unabhängig von der Vollständigkeit oder Unvollständigkeit, Häufigkeit oder Seltenheit, mit der sie in den empirischen Bewußtseinen erscheinen.

Hier liegt eine besondere Kategorie vor, die sich zwar nur historisch verwirklicht, aber in derjenigen Totalität und Geschlossenheit ihrer Inhalte, in der sie einen überindividuellen Schöpfer und Bewahrer zu fordern scheint, nicht historisch, sondern nur ideell bestehend - während die psychologische Realität immer nur Bruchstücke davon schafft und weiterträgt oder jene Inhalte als bloße Begriffe vorstellt.

Der empirische Ursprung der einzelnen Sprachteile und -formen sowie ihre praktische Verwendung in jedem einzelnen Falle; die Wirksamkeit des Rechtes als psychologischen Elementes im Kaufmann, im Verbrecher, im Richter; Maß und Art, wie die Kulturinhalte von einem Individuum dem andern überliefert und in jedem weitergebildet werden - das sind durchaus Probleme der individuellen Psychologie, die ihnen freilich nur sehr unvollständig gewachsen ist.

Aber in jener Gelöstheit von den individuellen Realisierungsprozessen sind Sprache, Recht, allgemeine Kulturgebilde usw. nicht etwa Produkte des Subjektes: Gesellschaftsseele, weil die Alternative: wenn das Geistige nicht individuellen Geistern ein. wohnt, so müsse es eben einem sozialen Geiste einwohnen - brüchig ist.

Es gibt vielmehr ein Drittes: den objektiv geistigen Inhalt, der nichts Psychologisches mehr ist, so wenig wie der logische Sinn eines Urteils etwas Psychologisches ist, obgleich er nur innerhalb und vermöge der seelischen Dynamik eine Bewusstseinsrealität erlangen kann.

Nun aber lässt der absehbar nicht zu behebende Mangel an Einsicht in jenes seelische Schaffen und Nachschaffen diese individualpsychischen Aktionen zu einer undifferenzierten Masse zusammenrinnen, zu der Einheit eines seelischen Subjekts, das sich verführerisch nahe zum Träger jener, in ihrem Ursprung so dunkeln Gebilde darbietet.

In Wirklichkeit ist ihr Ursprung individualpsychologisch, aber kein einheitlicher, sondern bedarf einer Mehrheit seelischer Einheiten, die aufeinander wirken; umgekehrt, soweit sie als Einheit betrachtet werden, haben sie überhaupt keinen Ursprung, sondern sind ein ideeller In- (> 423) halt, wie der Pythagoreische Lehrsatz seinem Inhalte nach keinen Ursprung hat.

Darum ist gegenüber ihnen als Einheiten, in Abstraktion von ihrer zufälligen und teilweisen Wirklichkeit in Einzelseelen, die Frage nach einem psychischen Träger überhaupt falsch gestellt und gilt nur wieder, wenn sie nachträglich zu Begriffen in Einzelgeistern werden wie jetzt, wenn wir von ihnen sprechen..

Das Motiv nun, das eine besondere soziale Seelenhaftigkeit jenseits der individuellen aufzudrängen scheint, wirkt nicht nur, wo sich objektiv geistige Gebilde als ein idealer Gemeinbesitz bieten, sondern auch, wo eine unmittelbare, sinnliche Aktion einer Masse die Verhaltungsweisen der Einzelnen in sich einzieht und zu einer spezifischen, in diese Einzelakte nicht zerlegbaren Erscheinung formt.

Dies Motiv ist, dass - nicht sowohl das Handeln als - das Resultat des Handelns als ein einheitliches auftritt.

Wenn eine Menschenmenge ein Haus zerstört, ein Urteil fällt, in ein Geschrei ausbricht - so summieren sich die Aktionen der einzelnen Subjekte in ein Geschehnis, das wir als eines, als die Verwirklichung eines Begriffes bezeichnen.

Und hier nun tritt die große Verwechslung ein: das einheitliche äußere Ergebnis vieler subjektiver Seelenvorgänge wird als das Ergebnis eines einheitlichen Seelenvorganges gedeutet - nämlich eines Vorganges in der Kollektivseele.

Die Einheitlichkeit der resultierenden Erscheinung spiegelt sich in der vorausgesetzten Einheit ihrer psychischen Ursache.

Das Trügerische dieses Schlusses aber, auf dem die ganze Kollektivpsychologie in ihrem generellen Unterschied gegen die Individualpsychologie beruht, liegt auf der Hand: die Einheit der Kollektivhandlungen, die nur auf der Seite des sichtbaren Ergebnisses liegt, wird daraufhin für die Seite der inneren Ursache, des subjektiven Trägers, erschlichen.

Aber ein letztes Motiv, das sich für viele der hier untersuchten Zusammenhänge als ein unentbehrliches Glied zeigte, scheint doch noch eine soziale Psychologie als Gegenstück der individuellen unentbehrlich zu machen. die qualitative Unterschiedenheit in den Gefühlen, Handlungen, Vorstellungen der in einer Masse befindlichen Individuen von den seelischen Vorgängen, die sich nicht innerhalb einer Menge, sondern im individuellen Fürsichsein abspielen.

Unzählige Male kommt eine Kommission zu andern Beschlüssen, als sie jedes Mitglied für sich gefasst haben würde, wird der Einzelne, von einer Menge umgeben, zu Handlungen mitgerissen, die ihm sonst ganz ferngelegen hätten, lässt sich eine Masse Behandlungen und Zumutungen bieten, die sich kein Einzelner aus ihr gefallen ließe, wenn sie ihm allein gälten, entsteht die oben zitierte »in-corpore-Dummheit« aus solchen, die, »sieht man sie einzeln, leidlich klug und verständig« sind.

Hier scheint also aus den Einzelnen eine neue, eigne Einheit zu entstehen, die in qualitativ von jenen verschiedener Weise agiert und reagiert.

Genau angesehen indes handelt es sich in solchen Fällen um die Handlungsweisen von Individuen, die dadurch beeinflusst sind, dass das einzelne von andern umgeben ist; dadurch finden nervöse, intellektuelle, suggestive, moralische Umstimmungen seiner seelischen Verfassung andern Situationen gegenüber statt, in denen solche Einflüsse nicht vorhanden sind.

Wenn diese nun, gegenseitig eingreifend, alle Mitglieder der Gruppe in gleicher Weise innerlich modifizieren, so wird ihre Totalaktion allerdings anders aussehen als die Aktion jedes Einzelnen, wenn er sich in andrer, isolierter Lage befände.

Darum aber bleibt dasjenige, was an der Aktion psychisch ist, nicht weniger individuell-psychisch, die Gesamthandlung nicht weniger aus rein individuellen Beiträgen zusammengesetzt.

Wenn man hier eine qualitative Differenz finden will, die überhaupt über den Einzelnen hinauswiese, so vergleicht man zwei unter ganz verschiedenen Bedingungen stehende Dinge: das von andern nicht beeinflusste mit dem von andern beeinflussten Verhalten des Individuums -zwei Dinge, deren Verschiedenheit völlig in der Einzelseele Platz hat, so gut wie jede andre Verschiedenheit von Stimmungen und Handlungsweisen, und in keiner Weise zwingt, die eine Seite des Gegensatzes in einer neuen, über. individuellen psychischen Einheit zu lokalisieren.

Als sozialpsychologisches Problem also bleibt Legitimerweise dieses bestehen: welche Modifikation erfährt der seelische Prozess eines Individuums, wenn er unter bestimmten Beeinflussungen durch die gesellschaftliche Umgebung verläuft?

Dies aber ist ein Teil der allgemeinen psychologischen Aufgabe, die - was ein identischer Satz ist - eine individualpsychologische ist.

Als Unterabteilung dieser ist die soziale Psychologie etwa der physiologischen koordiniert, die die Bestimmtheit der (> 424) seelischen Vorgänge durch ihre Verbindung mit dem Körper, wie jene durch ihre Verbindung mit andern Seelen, untersucht.

Diese Tatsache der seelischen Beeinflussung durch das Vergesellschaftet-Sein - der einzige, aber freilich unermesslich ausgedehnte Gegenstand der Sozialpsychologie - verleiht ein gewisses Recht auf diesen Begriff an einen Typus von Fragen, denen an und für sich er nicht zukommt; ich bezeichne ihn, den Hauptsachen nach, einesteils als den statistischen, andrerseits als den ethnologischen.

Wo innerhalb einer Gruppe eine psychische Erscheinung sich regelmäßig an einem Bruchteil des Ganzen wiederholt, oder eine andre, etwa ein spezifischer Charakterzug, sich an der ganzen Gruppe oder mindestens ihrer Majorität und ihrem Durchschnitt vorfindet - pflegt man von sozialpsychologischen oder auch soziologischen Phänomenen zu sprechen.

Dies ist indes nicht ohne weiteres gerechtfertigt.

Wenn in einer bestimmten Epoche unter m Todesfällen jedes Jahres sich n Selbstmörder finden, so ist dieser Satz, so sehr er Wahrheit sein mag, doch nur durch eine Synopsis des Beschauers möglich.

Die sozialen Zustände können zwar die Kausalität der einzelnen Tat bestimmen oder mitbestimmen, aber sie brauchen es nicht, diese kann vielmehr eine rein personale, innere sein.

Ebenso können die durchgehenden seelischen Bestimmtheiten einer Gruppe - nationaler, ständischer oder andrer Art - reine Parallelerscheinungen sein, die vielleicht auf die Gemeinsamkeit der Abstammung zurückgehen, aber durch das soziale Leben als solches nicht ausgewirkt sind.

Die angeführten Bezeichnungen solcher Erscheinungen beruhen auf der Verwechslung des Nebeneinander mit dem Miteinander.

Soziologisch wären sie nur dann, wenn sie als ein Gegenseitigkeitsverhältnis der Subjekte - das natürlich nicht auf beiden Seiten morphologisch gleiche Inhalte involviert - betrachtet werden könnten, sozialpsychologisch nur, insoweit ihr Auftreten an einem Individuum durch andre Individuen veranlasst wäre.

Aber dies braucht zunächst gar nicht vorzuliegen; wenn etwa die fragliche Erscheinung sich nur an einem einzigen Individuum fände, so würde man sie weder soziologisch noch sozialpsychologisch nennen, obgleich sie vielleicht in diesem Falle die genau gleiche Kausalität hätte wie in dem andern, wo neben ihr in derselben Gruppe hunderte und tausende in derselben Art und Bewirktheit auftreten.

Die bloße Multiplikation einer nur an Individuen konstatierbaren Erscheinung macht sie doch noch nicht zu einer soziologischen oder sozialpsychologischen! - obgleich diese Vertauschung einer numerisch vielfachen Gleichheit mit einer dynamisch-funktionellen Verwebung eine dauernd wirksame Vorstellungsweise ist.

Einen analogen Typus kann man den ethnologischen nennen: wenn die Unfähigkeit, die individuellen Geschehensreihen in ihrer Einzelheit zu erkennen oder der Mangel an Interesse für diese Einzelheit nur einen Durchschnitt, eine ganz generelle Bestimmtheit der psychischen Verfassungen oder Vorgänge in einer Gruppe nachzeichnen lässt.

Dies liegt auch vor, wenn man z. B. wissen will, wie sich in der Schlacht bei Marathon »die Griechen« benommen haben.

Hier wird freilich nicht beabsichtigt - selbst wenn es erreichbar wäre - den seelischen Prozess in jedem einzelnen der griechischen Kämpfer psychologisch darzulegen.

Sondern ein ganz besonderes Begriffsgebilde wird geschaffen: der durchschnittliche Grieche, der Typus des Griechen, »der Grieche« schlechthin -ersichtlich eine ideelle Konstruktion, von den Bedürfnissen des Erkennens her erwachsen und ohne Anspruch, an irgendeinem der konkreten griechischen Individuen ein genau deckendes Gegenbild zu finden.

Dennoch ist der eigentliche Sinn dieser Begriffskategorie kein sozialer, denn ihre Pointe liegt in keiner Wechselwirkung, keiner praktischen Verwehung und funktionellen Einheit der Vielen; sondern wirklich »der Grieche«, wenn auch nicht in singulärer Benennbarkeit, soll damit beschrieben werden, die Stimmung und Handlungsweise der bloßen Summe der Kämpfer, projiziert auf eine ideale Durchschnittserscheinung, die so sehr ein Individuum ist, wie der Allgemeinbegriff der in Rede stehenden Griechen, dessen Verkörperung dieser typische »Grieche« ist, eben nur einer ist.

Was in all diesen Fällen, wo es sich um eine Summe von Individuen als solchen handelt, wo die gesellschaftlichen Tatsachen nur als Momente in der Bestimmung dieses Individuums, nicht anders als physiologische oder religiöse, wichtig werden - was in diesen dennoch als sozialpsychologisch gelten darf, ruht auf dem Schluss: dass die Gleichmäßigkeit vieler Individuen, durch die sie (> 425) einen Typus, einen Durchschnitt, ein irgendwie einheitliches Bild zu gewinnen erlauben, nicht ohne gegenseitige Beeinflussung zustande kommen kann.

Der Gegenstand der Untersuchung bleibt immer das psychologische Individuum, die Gruppe als ganze kann auch für diese Betrachtungskategorien keine »Seele« haben.

Aber die Homogenität vieler Individuen, wie diese Kategorien sie voraussetzen, entsteht in der Regel nur durch deren Wechselwirkungen, mit ihrem Erfolge der Anähnlichung, der identischen Beeinflussung, der einheitlichen Zwecksetzungen, gehört also der Sozialpsychologie an - die sich auch hier nicht als ein nebengeordnetes Pendant der individuellen Psychologie, sondern als ein Teilgebiet eben dieser offenbart.

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Editorial:

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